1. Einleitung: Was bedeutet eine MD-Nachkontrolle?
Der Medizinische Dienst (MD) prüft nicht nur beim Erstantrag den Pflegegrad, sondern kann auch Nachkontrollen durchführen. Gründe können sein:
Überprüfung, ob die Voraussetzungen für den Pflegegrad noch vorliegen.
Kontrolle nach Widersprüchen oder Gerichtsurteilen.
Stichprobenartige Nachprüfungen durch die Pflegekasse.
Wichtig: Eine Nachkontrolle ist kein Misstrauensvotum, sondern Teil der gesetzlichen Vorgaben.
2. Vorbereitung ist das A und O
Pflegeprotokoll führen: Notieren Sie regelmäßig, welche Hilfen im Alltag nötig sind (Körperpflege, Essen, Mobilität, Orientierung, Haushaltsführung).
Unterlagen bereitlegen: Arztberichte, Medikamentenpläne, Krankenhaus- oder Reha-Berichte.
Aktuelle Situation ehrlich zeigen: Keine „Generalaufräumaktion“ – der MD muss die reale Lage sehen.
3. Verhalten während der Begutachtung
Ehrlich bleiben: Versuchen Sie nicht, stärker oder schwächer zu wirken als im Alltag.
Alle Probleme schildern: Auch wenn sie „peinlich“ erscheinen (z. B. Inkontinenz, Vergesslichkeit, Sturzängste).
Angehörige einbeziehen: Sie können den Alltag oft besser beschreiben, besonders bei kognitiven Einschränkungen.
Fragen zulassen: Der Gutachter fragt nach – kurze, klare Antworten helfen.
4. Typische Fehler vermeiden
Nicht beschönigen: Viele Betroffene wollen „nicht jammern“ – dadurch wirkt es, als bräuchten sie weniger Hilfe.
Keine Überforderung spielen: Es geht um Alltagstauglichkeit, nicht um „Bestleistung am Tag der Kontrolle“.
Wichtige Hilfsmittel zeigen: Rollator, Pflegebett, Inkontinenzmaterial – all das belegt den Bedarf.
5. Nach der Nachkontrolle
Gutachten abwarten: Sie erhalten das MD-Gutachten in der Regel innerhalb von 2–4 Wochen.
Bescheid prüfen: Stimmen Pflegegrad und Leistungen mit der Realität überein?
Widerspruch möglich: Wenn Sie die Einstufung für falsch halten, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.
6. Fazit
Eine MD-Nachkontrolle ist kein Grund zur Panik. Wer vorbereitet ist, die Realität zeigt und alle Einschränkungen ehrlich darlegt, hat nichts zu befürchten.
Entscheidend ist: Der Gutachter soll den Alltag so sehen, wie er wirklich ist.

