Samstag, September 20, 2025

MD-Nachkontrolle: So verhalten Sie sich richtig

1. Einleitung: Was bedeutet eine MD-Nachkontrolle?

Der Medizinische Dienst (MD) prüft nicht nur beim Erstantrag den Pflegegrad, sondern kann auch Nachkontrollen durchführen. Gründe können sein:

Überprüfung, ob die Voraussetzungen für den Pflegegrad noch vorliegen.

Kontrolle nach Widersprüchen oder Gerichtsurteilen.

Stichprobenartige Nachprüfungen durch die Pflegekasse.

Wichtig: Eine Nachkontrolle ist kein Misstrauensvotum, sondern Teil der gesetzlichen Vorgaben.

2. Vorbereitung ist das A und O

Pflegeprotokoll führen: Notieren Sie regelmäßig, welche Hilfen im Alltag nötig sind (Körperpflege, Essen, Mobilität, Orientierung, Haushaltsführung).

Unterlagen bereitlegen: Arztberichte, Medikamentenpläne, Krankenhaus- oder Reha-Berichte.

Aktuelle Situation ehrlich zeigen: Keine „Generalaufräumaktion“ – der MD muss die reale Lage sehen.

3. Verhalten während der Begutachtung

Ehrlich bleiben: Versuchen Sie nicht, stärker oder schwächer zu wirken als im Alltag.

Alle Probleme schildern: Auch wenn sie „peinlich“ erscheinen (z. B. Inkontinenz, Vergesslichkeit, Sturzängste).

Angehörige einbeziehen: Sie können den Alltag oft besser beschreiben, besonders bei kognitiven Einschränkungen.

Fragen zulassen: Der Gutachter fragt nach – kurze, klare Antworten helfen.

4. Typische Fehler vermeiden

Nicht beschönigen: Viele Betroffene wollen „nicht jammern“ – dadurch wirkt es, als bräuchten sie weniger Hilfe.

Keine Überforderung spielen: Es geht um Alltagstauglichkeit, nicht um „Bestleistung am Tag der Kontrolle“.

Wichtige Hilfsmittel zeigen: Rollator, Pflegebett, Inkontinenzmaterial – all das belegt den Bedarf.

5. Nach der Nachkontrolle

Gutachten abwarten: Sie erhalten das MD-Gutachten in der Regel innerhalb von 2–4 Wochen.

Bescheid prüfen: Stimmen Pflegegrad und Leistungen mit der Realität überein?

Widerspruch möglich: Wenn Sie die Einstufung für falsch halten, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

6. Fazit

Eine MD-Nachkontrolle ist kein Grund zur Panik. Wer vorbereitet ist, die Realität zeigt und alle Einschränkungen ehrlich darlegt, hat nichts zu befürchten.
Entscheidend ist: Der Gutachter soll den Alltag so sehen, wie er wirklich ist.