1. Einleitung: Pflegegrad heißt nicht automatisch Fahrverbot
Viele Menschen mit Pflegegrad fragen sich, ob sie noch Auto fahren dürfen. Die klare Antwort: Ein Pflegegrad allein schließt das Autofahren nicht aus. Entscheidend ist nicht der Pflegegrad, sondern die individuelle Fahreignung.
2. Rechtliche Grundlagen
Kein automatisches Fahrverbot: Der Besitz eines Pflegegrades ist kein juristisches Kriterium für die Fahreignung.
Fahreignung zählt: Maßgeblich ist, ob gesundheitliche Einschränkungen die Verkehrssicherheit beeinträchtigen (z. B. durch Demenz, Sehstörungen, motorische Einschränkungen).
Pflicht zur Selbsteinschätzung: Fahrer*innen sind gesetzlich verpflichtet, ihre Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen.
3. Medizinische Aspekte
Unproblematisch: Viele Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1–2 (z. B. bei körperlichen Einschränkungen, aber klarer geistiger Fitness) können problemlos fahren.
Kritisch: Pflegegrade mit kognitiven Einschränkungen (z. B. Demenz) sind besonders relevant für die Fahreignung.
Medikamente: Manche Medikamente (Schmerzmittel, Psychopharmaka) können die Fahrtüchtigkeit mindern – hier ist Rücksprache mit Ärzt*innen wichtig.
4. Begutachtung und Nachweise
Freiwillige Fahrtauglichkeitsprüfung beim TÜV oder einer Fahrschule schafft Sicherheit.
Ärztliches Attest kann hilfreich sein, wenn Angehörige oder Behörden zweifeln.
Keine automatische Meldung: Ärzte dürfen Einschränkungen nicht ohne Zustimmung melden – nur bei akuter Gefährdung.
5. Praktische Tipps für Betroffene und Angehörige
Selbstkritisch prüfen: Bin ich noch sicher unterwegs?
Fahrpraxis anpassen: Lieber kürzere Strecken, bekannte Routen und tagsüber fahren.
Alternativen nutzen: Fahrdienste, Begleitservices, ÖPNV oder gemeinsames Fahren mit Angehörigen.
Gespräch suchen: Angehörige sollten behutsam ansprechen, wenn sie Zweifel an der Fahrsicherheit haben.
6. Fazit: Sicherheit geht vor
Ein Pflegegrad bedeutet nicht das Ende der Mobilität. Viele Betroffene können weiterhin selbst Auto fahren – solange sie körperlich und geistig dazu in der Lage sind.
Entscheidend ist Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und die Bereitschaft, Hilfe oder Alternativen anzunehmen, wenn die eigene Fahrsicherheit nicht mehr gewährleistet ist.
Mobilität ist wichtig – aber Sicherheit für alle steht an erster Stelle.

